Das Fest der heiligen Walburga in der Eichstätter Benediktinerinnenabtei erinnere an den Auftrag zur Weitergabe des Glaubens, wandte er sich insbesondere an die Eltern und Großeltern, die immer noch die ersten Glaubenszeugen in der Familie seien. „Wir brauchen Lernorte des Betens, wir brauchen einen festen Rhythmus des Betens. Was Sie den Kindern und Enkeln mitgeben, wird zu einem Schatz fürs Leben, zu einer Kraftquelle“. Vieles an religiöser Praxis, das vor einigen Jahrzehnten noch selbstverständlich war, sei inzwischen stillschweigend weggebrochen. „Bemühen wir uns wieder darum“, rief der Abt, der im Gottesdienst im Auftrag von Papst Leo XIV. den päpstlichen Segen erteilte. Zuvor hatte Evelyn Braun vom Vorstandsteam des Katholischen Deutschen Frauenbund (KDFB) Fürbitten vorgetragen: Für einen guten Auswahlprozess bei der Besetzung des Eichstätter Bischofsstuhls, für die Gemeinschaft der Benediktinerinnen, für alle Frauen, die sich in Verbänden einsetzen, dass der Glaube Thema bleibt und nicht zuletzt für die Menschen in der Ukraine.
Am Altar standen neben Abt Thomas der Plankstettener Abt Beda M. Sonnenberg, Domkapitular Reinhard Kürzinger, Domkapitular em. Franz Mattes, Spiritual Tobias Göttle, der Spiritual des Priesterseminars Pater Michael Schneider, Dr. Oleksandr Petrynko, Rektor des Eichstätter Collegium Orientale, der Eichstätter Diözesanpriester und Kolping-Landespräses Christoph Wittmann sowie Diakon Anselm Blumberg, der am Ende des Festgottesdiensts auch zur Nachmittagsandacht und zur Vesper einlud.
Kurz nach dem Hauptgottesdienst standen im Pfortenbereich des Klosters bereits die Gläubigen Schlange, um für sich selbst oder als Mitbringsel für Angehörige ein Fläschchen Walburgisöl abzuholen und beim Warten miteinander ins Gespräch zu kommen. „Wir sind zum ersten Mal da“, erzählte etwa Maria Gerngroß aus der Pfarrei Heuberg bei Hilpoltstein. „Unsere Kirche ist auch der heiligen Walburga geweiht, wir hatten am Sonntag Patrozinium“ Dabei habe ihr Mann ihr spontan vorgeschlagen, am Mittwoch doch auch einmal zum Walburgafest zu fahren. Weil die beiden aber dreimal die Woche „Enkeldienst“ haben und Mittwochs immer der zweijährige Franz an der Reihe ist, durfte der mit Oma und Opa einfach mit nach Eichstätt. „Sehr, sehr schön“ sei der Gottesdienst gewesen, fand Gerngroß hinterher. „Diese Fahrt hat uns nicht gereut!“

